Montag, 25. Juni 2007

Das Mädchen aus dem Wasser (Lady in the Water)

Wenn ich es richtig verstanden habe, hat sich M. Night Shyamalan mit "Lady in the Water" mal einen sehr persönlichen Wunsch erfüllt: er durfte eine Geschichte verfilmen, die er selbst immer wieder seinen Kindern zum Schlafengehen erzählt(e). Für mich ist dieser persönliche Bezug in jeder Einstellung spürbar und sicher auch das Geheimnis, was hinter diesem sehr schönen und - wie immer - ruhig und poetisch erzähltem Film steckt. "Lady in the Water" ist für mich der beste Shyamalan seit dem Mega-Erfolg mit "The Sixth Sense". Tolle Kamera, absurd und komisch, grandios gespielte und liebenswert ausgearbeitete Charaktere, lebend von der Idee eine Märchenhandlung in den Mikrokosmos einer Hausgemeinschaft irgendwo in den USA zu versetzen. Zur Handlung will ich dann auch nicht zu viel verraten, den Film dennoch allen ans Herz legen, die Shyamalan prinzipiell mögen oder denen, die sich auf sein Werk einlassen wollen, auch wenn es mal keine grandiose Auflösung gibt wie in "Unbreakable" oder "The Village". Im Kino lief der Film, soweit ich weiß, nicht wirklich erfolgreich, um ehrlich zu sein: auch an mir ist er total vorbeigegangen, habe weder einen Trailer gesehen, noch eine Besprechung oder Kritik gelesen. Umso schöner, ihn so völlig unvoreingenommen auf DVD zu entdecken und sich an einem verregneten Couch-Nachmittag auf diese grotesk-humorige Phantasie-Grusel-Mär einzulassen. Über die Qualität von VFX und Creature-Design kann man sicherlich geteilter Meinung sein, allerdings ist dies für die Geschichte, anders als bei Phantasyfilmen üblich, nicht so entscheidend. Für mich geht es hier mehr um den subtilen Humor, die Bilder und Bildhaftigkeit, die Phantasie und nicht zuletzt um die Moral und Gleichnishaftigkeit des Märchens: Vielleicht sind wir Menschen, wenn wir uns zusammentun und für die gleiche gute Sache kämpfen, doch nicht so schlecht, wie ich immer befürchtet habe...

8/10

http://www.amazon.de/Mädchen-Limited-Soundtrack-exklusiv-Lesezeichen/dp/B000M4R5UW/ref=pd_bbs_sr_2/028-1006125-5406129?ie=UTF8&s=dvd&qid=1182772060&sr=8-2

http://imdb.com/title/tt0452637/

Samstag, 2. Juni 2007

Fluch der Karibik 3 - Am Ende der Welt


Ich ging mit niedriger Erwartungshaltung in den dritten Teil der Piratensaga. Während die ersten beiden Teile es vermochten mich zu unterhalten, schaffte es der dritte nun sogar mir zu gefallen.
Natürlich wurde das geboten, was man erwartete: Action, Abenteuer, ein bisschen Schnulz und einen Johnny Depp als überdrehter Jack Sparrow.
Der Film geht dort weiter, wo der letzte Teil aufhörte. Dabei schafft er es allerdings sich so zu verstricken, dass es für den Zuschauer extrem schwierig wird noch durchzublicken: wer mit wem gegen wen wann wie kämpfen soll und tut - das ist die grosse Frage. Da gibt es die Piraten, wiederum in diverse Gruppierungen unterteilt; die verfluchten Piraten um Jones; die Britische Flotte und dann noch die Göttin Calypso (bestimmt habe ich nun auch noch jemanden Vergessen). Und dabei hat jeder der diversen Hauptcharaktere seine eigene Motivation um zum Ziel zu kommen.
Depp gefiel dabei deutlich besser als in den ersten beiden Teilen. Er glänzte dabei besonders in der von Regiesseur Gore Verbinski sehr gut realisierten Szene als völlig Isolierter im Reich der Toten. Verbinski vermochte es dabei, ein sehr stilisiertes Bild zur Unterstützung der einsamen, unwirklichen Stimmung einzusetzten. Desweiteren zeigt sich Depps innere Zwietracht nun durch Massenszenen in denen er von sich selbst umgeben ist und mit sich diskutiert: Da fungiert er als seine eigene Crew, als Engel und Teufelchen auf seinen Schultern etc. chon im Vorfeld erfuhr man von Depps Wunsch, Keith Richards eine Rolle als Sparrows Vater zu verpassen. Ist geschehen - war so la la.... (aber er darf Gitarre spielen ;-) )
Orlando Bloom, Keira Knightley und Co. spielen ihre Charaktere gewohnt weiter.
Der Film ist stark VFX-lastig und bietet einiges für´s Auge: Schiffschlachten, Wirbelstürme und und und...
Jedoch das Gefühl, dass irgendwo auch Guybrush Threapwood rumlaufen müsste, bleibt.

Get your popcorn ready:
7/10

http://www.imdb.com/title/tt0449088/

Mittwoch, 30. Mai 2007

Napoleon Dynamite


Nach einiger Überlegung, welchem Film denn die Ehre zuteil kommen könnte der erste zu sein.... ;-)

kam ich auf Napoleon Dynamite!

Im Jahre 2004 erschien dieser Film von Jared Hess (Regie und Co-Drehbuchautor) und ist und bleibt wohl eine Ausnahmeerscheinung. Mit einem Budget von gerade mal $400,000 spielte der Film allein in den USA über $44,000,000 ein und sahnte einige Awards ab.
Napoleon ist ein Outsider in der Highschool und verlebt seine Tage bei seiner Großmutter. Dabei laufen allerhand skurrile Charaktere durch sein Leben: Onkel Rico, der die Zeit am liebsten zurückdrehen würde; sein Bruder Kip, der Profiwrestler werden will; Debby mit einem Hang zu Bauschigem und natürlich Pedro.... sein Schulfreund, der Schülerpräsident werden möchte und mit dessen Familie nicht zu scherzen ist.... klingt komisch? Ist auch gar nicht so wichtig. Der Film lebt von seinen skurrilen Charakteren und weniger von der Handlung.
Basierend auf seinem Kurzfilm "Peluca", schuf Hess einen Film der einfach falscher (bezogen auf sämtliche gestalterischen und filmischen Grundlagen) nicht sein könnte. Der Bildaufbau ist unglaublich symmetrisch, die Kamera hält am liebsten Frontal drauf, die Scoremusik wirkt synthetisch billig.... und trotzdem oder gerade deshalb: selten so gelacht. Man merkt die Liebe die in diesem Film steckt schon gleich zu Anfang im Vorspann. Auch die deutsche Übersetzung schafft es zu Überzeugen. Ohne diese hätten es wohl einige große Zitate nicht in meinen Sprachgebrauch geschafft ;-).
Schon vor dem deutschen Kinostart hatte ich die UK-DVD (auf der sich netterweise eine deutsche Tonspur befand).
Ich kenne viele Leute, die dieser Film absolut begeistert und Einige die ihn hassen. Er polarisiert. So.... ich geh jetzt mit Bräuten online chatten ;-).
Für all die Originalität und weil ich SO verdammt viel Lachen musste:

9/10

DVD gibts hier:
http://www.amazon.de/Napoleon-Dynamite-Jon-Heder/dp/B000F4MA04/ref=pd_bbs_sr_1/028-1227229-9294116?ie=UTF8&s=dvd&qid=1180561473&sr=8-1

imdb: http://www.imdb.com/title/tt0374900/

Der erste Post....

Hallo zusammen!
Dies ist der erste Post auf motiontales.blogspot.com und dient somit zum Einen als Test und zum Anderen als Begrüßung!
Dieser Blog soll dazu dienen, einen Austausch über Filme zu ermöglichen. Es gibt natürlich eine Menge Seiten mit Filmkritiken oder halt IMDB.
Der Unterschied soll darin liegen, sich im (semi)privaten Rahmen auszutauschen:
jemand schaute einen Film und teilt uns seine Meinung über diesen mit oder hat einfach einen Geheimtipp oder möchte den Rest der Leserschaft vor der Verschwendung von 90 Minuten Lebenszeit bewahren. Die Anderen können dies wiederum kommentieren usw.
Für mich persönlich erhoffe ich mir zum Einen: auf Filme aufmerksam zu werden, die ich sonst nicht schauen würde und zum Anderen: eine aktive Auseinandersetzung mit dem Medium Film.

Wenn ihr mehr Leute wisst, die Teil daran haben möchten, lasst mir einfach ihre Emailadressen zukommen oder sie sollen mir eine Email an alex.brommer@gmail.com schicken und ich mache sie zu Autoren.

Jeder soll frei sein in seiner Ausdrucksweise und seinem Stil. Ich möchte hier keinerlei "Regeln" oder Ähnliches aufstellen, fände es jedoch persönlich gut, eine Art Wertungssystem zu finden... die IMDB-Weise mit X von 10 Punkten finde ich sehr effizient. Im Label Feld bitte ein/das Genre eintragen. Zudem wäre es ganz nett, wenn in einem Artikel vielleicht ein Cover des jeweiligen Films hinzugefügt wird....


In den nächsten Tagen werde ich mich um das Layout kümmern, so dass die Seite ein bisschen individueller wird.

Ich würde mich freuen, wenn auf dieser Seite aktiv und häufig gepostet wird und wünsche viel Spaß!

viele Grüße,

Alex